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Tag 241 - 262: Istanbul (2708Km) | Stephan Meurisch

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Tag 241 – 262: Istanbul (2708Km)

Dienstag, 06.11.2012 – Dienstag, 27.11.2012

Istanbul Teil 2:

Manchmal ist man einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Einmal im Jahr findet der Istanbul Marathon statt.
Dieser startet auf der asiatischen Seite und endet auf der europäischen. Es ist die einzige Möglichkeit den Bosphorus zu Fuß zu überqueren. Dummerweise ist dieses Rennen bereits seit Monaten ausgebucht. Komplett dicht, es sind keine Startnummern mehr erhältlich.
Im April hatte ich großes Glück den, ebenfalls ausgebuchten, Wien Marathon mitlaufen zu können da Freunde mir halfen eine Startnummer eines verletzten Läufers zu besorgen welcher nicht starten konnte.

Wie komm ich also ins Rennen?
Diesmal half mir Resi, ein treuer Fan seit dem ersten Tag meiner Reise. Ihr Bruder kennt den Veranstalter des Marathons persönlich.
So gelang es uns, im letzten Moment, 1 Tag vor dem Rennen noch eine Startnummer direkt vom Veranstalter zu bekommen. Und das auch noch kostenfrei. An dieser Stelle noch einmal ganz großen Dank an Dich Resi und an Deinen Bruder.

Am Sonntag den 11.03.2012 bin ich in München gestartet.
Es war für mich ein sehr bewegender Augenblick als ich, auf den Tag genau, 8 Monate später am 11.11.2012 mit vielen tausend anderen Läufern die südliche Bosphorusbrücke überquere. Ja die eine oder andere Träne läuft mir die Wange runter. Und es liegt nicht am Wind auf der Brücke oder am Salzwasser des Bosphorus…

Doch natürlich lief ich ohne Rucksack.
Wie bekommen wir den nun zu Fuß auf die asiatische Seite rüber?
Ich hab alles probiert. Polizei, Bürgermeister, TV, Journalisten. Auch das Deutsche Konsulat konnte mir nicht helfen. Es gibt lediglich 2 Brücken über den Bosporus.
Da es sehr viele Selbstmorde gegeben hat sind beide Brücken nicht zu Fuß begehbar. Da ist nichts zu machen.
Das Argument, dass ich 8 Monate und über 2.700Km gelaufen bin, ich bessere Ideen habe und ganz sicher nicht daran denke von der Brücke zu springen, hat auch nicht geholfen.
Es ist zum verzweifeln.
Ich verbrachte insgesamt weit über 3 Wochen in Istanbul.
Ständig auf der Suche nach Kontakten, Wegen und Möglichkeiten um mit Rucksack zu Fuß nach Asien zu kommen.

3 Wochen Istanbul sind teuer.
Zwischendurch verdiene ich mir Geld mit Hugs, Umarmungen.
Normalerweise sind diese ja umsonst.
Wenn man in Istanbul von den Straßenhändlern etwas lernen kann dann ist es verkaufen. Mit Spaß auf eine witzige Art. Und man kann alles verkaufen.

Etwas sehr interessantes geschieht.
Egal was man tut, im Leben oder im Geschäft.
Man trifft immer auf 3 Gruppen von Menschen.
Die einen lehnen ab was du tust und versuchen dich daran zu hindern.
Einige verhalten sich neutral und tun garnix.
Und einige stimmen zu, kaufen und/oder helfen.

Wie ich mit dem Schild “Hugs 1TL” dastehe kommen einige junge Menschen vorbei die mir sagen dass das in der Türkei, speziell hier, ganz sicher nicht funktionieren wird.
Diese Menschen erfüllen einen Zweck. Vielleicht wollen sie einfach nur testen wie sehr du es wirklich willst oder ob du dich vom ersten Hindernis aufhalten lässt.
Alles kann ein Grund sein um aufzuhören oder um weiter zu machen.

Viele Menschen gingen Kommentarlos vorbei.
Und es gab sehr viele schöne Begegnungen.
Menschen bringen mir Chai Latte vom Starbucks vorbei, ein Passant half mir und schrieb zusätzlich das Wort Hugs in türkisch auf das Schild.
Und etwas besondere passierte. Eine Passantin sagte mir ich hatte ihr mit der Umarmung so viel Energie und Kraft gegeben. Bevor sie weiter lief gab mir zum Dank einen Glücksbringer. Einfach faszinierend.

Ich hab mich nicht von den ersten entmutigenden Zurufen davon abhalten lassen.
Mag sein dass viele über mich gelacht haben.
Das war auch meine Absicht, Menschen zum Lachen zu bringen. Eigentlich hab ich es auch nur deswegen gemacht. Ich dachte selber nicht das ich damit Geld verdienen würde.
Was ich dachte war: Die geben mir ehh kein Geld, dann kann ich auch Spass haben.
Nach 1h hatte ich 21TL in meinem Hut. Und neue Kontakte zum Übernachten, nein nicht im Hut, dafür in meinem Handy.

Zwischen den Tagen vertreibe ich mir die Zeit unter anderem mit Museumsbesuchen.
Zugegeben, ich bin kein großer Fan von Museen. Bei schönem Wetter bin ich lieber draußen. Doch hier eine echte Empfehlung: Das Rahmi M. Koç Museum in Istanbul.

Ein kleiner Zeitsprung. Erinnert Ihr Euch noch an Giacomo? “The Man on the river” (www.manontheriver.com)
Ich traf ihn in Budapest. Er ist über 5.200Km von London nach Istanbul gerudert.
Clodia, sein Boot, ist hier in dem Museum ausgestellt.
Klar das ich dort vorbeigeschaut habe.

Ebenfalls in Budapest traf ich James Thomas. (Just going for a stroll)
Er hat sich für UNICEF von Schottland auf den 20.000Km Fußmarsch nach Neuseeland gemacht.
Leider ist er erstmal “nur 4.000Km” bis Istanbul gekommen. Seit jeher fehlt von ihm jede Spur. Ich hab etwas nachrecherchiert und ging zum Büro der UNICEF Niederlassung Istanbul. Dort ist er nie gewesen. Das machte er normalerweise immer in jeder Stadt wo es ein UNICEF Büro gibt.
Doch ich habe erfahren in welchem Hostel er gewohnt hat.
Auch dorthin machte ich mich auf den Weg. Ich bekam die Auskunft das James 10 Tage hier geblieben ist, vergeblich nach Sponsoren gesucht hat und ihm ganz einfach das Geld ausgegangen ist. Er ist zurück in die Heimat zum Geld verdienen. In ein paar Monaten will er die Reise jedoch wieder in Istanbul an dem Punkt fortsetzen an dem er die Reise unterbrochen hat.

Die gute Nachricht für mich: Als ich dem Leiter des Hostels von meiner Geschichte erzähle, lädt er mich ein, ein paar Tage kostenfrei im Hostel zu bleiben.
Dort traf ich Leanne aus Canada welche mich von dort an für ein paar Wochen begleiten wird.

Nach langer Suche ein Lichtblick.
Ich hatte in den 3 Wochen einige Interviews mit verschiedenen Journalisten.
Allen erzählte ich natürlich von meinem Brücken Problem.
Bei einem weiteren Termin erzählt mir der Journalist doch glatt dass er erst vor kurzem einen Bericht über den Marmaray Tunnel gedreht hatte.
Hey, Moment mal!
Was für ein Tunnel?!?
Ich falle aus allen Wolken!
Ja. Zufälligerweise baut Istanbul seit vielen vielen Jahren an einem Eisenbahntunnel von Europa nach Asien unter den Bosphorus. Er ist zwar noch lange nicht fertig gestellt, jedoch bereits begehbar wie er mir berichtet.
Tatsächlich ist es möglich trockenen Fußes in 70m Tiefe unter den Bosphorus nach Asien zu gehen.
Kein Zufall dass dieser Journalist noch Kontakte zu einigen der Ingenieure hat…

Große Hoffnung kommt auf.
Ist das also mein Weg nach Asien?

Das erfahrt Ihr im 3ten Teil.

Hab ich was vergessen?
Ach ja. Wo wohnt man eigentlich ohne Geld in einer Millionenstadt wenn ich niemanden kenne und keiner den nächsten kennt?

Ich wohnte für 8 Tage in einem schönen Hotel.
Resi, welche mir ja auch bei der Marathon Stadtnummer half, hatte keine kosten und Mühen gescheut und für mich ein Hotel in Istanbul gebucht.
An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an Resi.
Ebenfalls großen Dank an das Cengo Chillout Hostel wo ich 7 Tage kostenfrei bleiben durfte.
Weitere Übernachtungen fand ich mit der Umarmungs Aktion und weitere
Facebook Freunde halfen mir bei Freunden in Istanbul unterzukommen.

Es ist schon lange nicht mehr meine Reise allein. Hier halfen alle mit mich weiter zu bringen. Danke an Resi, ihrem Bruder und alle Fans welche mich begleiten.

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